Praxis für Dermatologie und Allergologie
Hautärztin Dr. Anita Harst
Grosskölnstraße 22-28
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News

„Wir wollen Anreize schaffen für die europäische Produktion wichtiger Wirkstoffe“

Jens Spahn will noch in diesem Jahr konkretisieren, mit welchen Instrumenten die Politik die europäische Produktion von Wirkstoffen und Arzneimitteln stärken kann. Das gab er auf der Digitalkonferenz „Für ein gesundes Europa“ bekannt. Bis November rechne er mit konkreten Vorschlägen der EU-Kommission, eine Positionierung des EU-Rats will er am liebsten im Dezember erreicht haben. „Ich pushe das Thema auf europäischer Ebene“, so Spahn sehr deutlich, „wenn es sein muss, auch in einer Nachtsitzung“.

Auf der Veranstaltung, die Teil des assoziierten Programms der deutschen EU-Ratspräsidentschaft war, diskutierten Vertreter von Politik, Industrie, Behörden, Krankenkassen und Patienten über eine Stärkung von Versorgungssicherheit und Arzneimittelproduktion in Europa. Sowohl Spahn als auch der EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton betonten vor bis zu 1.400 Zuschauern aus rund 20 Ländern die Gefahr einer zu großen Abhängigkeit von China. Daraus resultiere, so sagten es beide, die Notwendigkeit für Europa – zumindest bei kritischen Wirkstoffen – wieder unabhängiger zu werden.

Spahn machte deutlich, dass eine stabilere Versorgung mehr Diversität in den Lieferketten brauche. Es sei zu erarbeiten „mit welchen Instrumenten wir die Produktion und Versorgung hier in Europa wieder anreizen können.“ Ein Weg könnten Investitionszuschüsse sein und das Vergaberecht könne angepasst werden. Ein weiterer könne es sein, in der Anfangszeit garantierte Abgabepreise als Anreiz für die Hersteller zu gewähren.

Zuvor hatte Wolfgang Späth, Vorstandsvorsitzender von Pro Generika e.V., die Dringlichkeit des Themas deutlich unterstrichen. Zwar sei es in Deutschland auf dem Höhepunkt der ersten Covid-19-Welle nicht zu Versorgungsengpässen gekommen. „Das aber war ein beispielloser Kraftakt vor allem der Generikaunternehmen“, so Späth. „Wir dürfen das nicht als Blaupause nehmen und uns darauf verlassen, dass auch beim nächsten Mal alles gut geht.“

Als Präsident des europäischen Generika-Verbandes Medicines for Europe forderte Christoph Stoller konkrete Maßnahmen ein: „Wir brauchen ein neues Preissystem für Generika“, sagte er. „Es darf nicht mehr nur um den günstigsten Preis gehen. Vielmehr müssen Investitionen, die die Versorgungssicherheit erhöhen – wie etwa eine zweite Wirkstoffquelle oder ein Produktionsstandort in Europa – honoriert werden“.

Das Thema Versorgungssicherheit stand auch im Fokus, als Dr. Andreas Meiser von MundiCare die Pro Generika-Wirkstoffstudie vorstellte. Diese belegt erstmals die Abwanderung der Wirkstoffherstellung von Europa nach Asien. Meiser: „Die europäische Versorgung ist heute in hohem Maße abhängig – von nur wenigen Wirkstoffherstellern in sehr kleinen Teilen der Welt. Das birgt Risiken für die Versorgung.“

Ana Marti vom spanischen Wirkstoffhersteller Medichem war als Vertreterin der europäischen Wirkstoffhersteller geladen. Sie unterstrich das Potenzial ihrer Branche in Europa und gab an, noch freie Kapazitäten zu haben. „Wir Wirkstoffhersteller brauchen vor allem mehr regulatorische Flexibilität“, sagte Marti. Gerade wenn es um die Genehmigung von Produktionsanlagen gehe, seien andere Weltregionen deutlich schneller. Deshalb sei ein Großteil der Wirkstoffherstellung nach Asien abgewandert.

Mit Blick auf die Politik, die europäische Arzneimittelhersteller stärken will, unterstrich Dr. Christian Pawlu, Global Head of Strategy, Portfolio and Business Development bei Sandoz International GmbH, die Relevanz eines echten Wettbewerbs. Sein Unternehmen hatte bekanntgegeben, 150 Millionen Euro in den Erhalt des Antibiotika-Werkes in Österreich zu investieren. Sandoz bekommt dafür staatliche Zuschüsse in Höhe von 50 Millionen Euro. Pawlu: „Wir brauchen keine Zombie-Industrie. Staatliche Hilfen seien sinnvoll, wenn sie ein Unternehmen in die Lage versetzten, wieder voll wettbewerbsfähig zu produzieren. Dafür aber müsse das Verhältnis zwischen Preisgestaltung und Erstattung langfristig stimmen.“

Einen Ausblick auf die nächsten politischen Schritte gab der EU-Kommissar für den Binnenmarkt Thierry Breton. „Eine groß angelegte Rückverlagerung der Produktion wird es nicht geben“, sagte er. „Aber wir sind in unseren Lieferketten zu abhängig von anderen Ländern und das ist inakzeptabel.“ Im Folgenden müsse geprüft werden, wo Lieferketten korrigiert und diversifiziert werden müssten. Außerdem sei zu schauen, welche kritischen Wirkstoffe wieder verstärkt in Europa produziert werden sollten. Zuvor hatte eine Abstimmung unter den Teilnehmern der Konferenz ergeben, dass es 73 Prozent für angemessen halten, wenn die Politik die europäische Arzneimittelproduktion unterstützt.

Bork Bretthauer, Geschäftsführer, Pro Generika e.V. lenkte den Blick auf die „Pharmaceutical Strategy“, die die Europäische Kommission noch in diesem Jahr vorstellen will. Sein Appell ging an die deutsche Politik. „Wir dürfen nicht warten, was Brüssel tut“, sagte Bretthauer. „Versorgungssicherheit ist ein Thema, das nicht warten kann“. Jetzt bräuchte Deutschland Politiker, die den Mut hätten, nach vorne zu gehen. Deutschland hätte gezeigt, dass es gut sei im Management von Lieferengpässen. „Jetzt müssen wir gut werden darin, die Probleme bei den Wurzeln zu packen.“

27.10.2020 DGA | Quelle: Pro Generika e.V. (gesundheit adhoc)

Pandemie-Bewältigung und Handlungsbedarfe

Vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Pandemie haben Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ein gemeinsames Positionspapier zu grundlegenden Handlungsbedarfen in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung vorgelegt. Ziel des konzeptionellen Vorstoßes der beiden Bundeskörperschaften ist es, Erfahrungen und Erkenntnisse der vergangenen Monate zu nutzen, um die Krisenreaktionsfähigkeit des ambulanten Versorgungssektors in seiner Gesamtheit zu festigen und zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstandes der KBV: „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bilden seit Beginn der Corona-Pandemie den Schutzwall unseres Gesundheitswesens: 19 von 20 COVID-19-Patienten werden ambulant behandelt. Das frühe Unterbrechen von Infektionsketten im Frühjahr war ein Grund dafür, dass Deutschland bislang so gut durch die Krise gekommen ist. Nun ist es an der Zeit, erste Lehren aus der Pandemie zu ziehen und praktikable Wege für das weitere Handeln aufzuzeigen, um auf ein eventuelles Wiedererstarken der Corona-Krise vorbereitet zu sein. Damit das ambulante Bollwerk auch in solch außergewöhnlichen Situationen stabil bleiben kann, bedarf es eines zukunftsfähigen Fundaments für die Vertragsärzteschaft und Vertragszahnärzteschaft. Das gemeinsame Positionspapier von KBV und KZBV legt Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen dar, um den ambulanten Versorgungssektor in seiner Gesamtheit krisenfest weiterentwickeln zu können.“

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Zahnärzteschaft und Behandlungsteams haben in der Corona-Krise an sprichwörtlich ‚vorderster Front‘ des Infektionsgeschehens verantwortungsbewusst und mit großem Engagement gearbeitet und sowohl die zahnärztliche Versorgung aller Versicherten aufrechterhalten, wie auch die Behandlung von Infizierten und unter Quarantäne stehenden Patientinnen und Patienten in eigens errichteten Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren vorbildlich durchgeführt. Jetzt gilt es aus den Erfahrungen der Krise zu lernen und bei wieder steigenden Infektionszahlen standardisierte Vorkehrungen für den Fall einer zweiten Welle und mögliche künftige Pandemiefälle zu treffen. KZBV und KBV leisten mit ihren zentralen Empfehlungen einen wichtigen Beitrag für die Sicherung der ambulanten medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung in Krisensituationen.“

Das gemeinsame Positionspapier zur Pandemie-Bewältigung und Handlungsbedarfen in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung kann auf den Websites von KBV und KZBV abgerufen werden.

Kurzsichtigkeit: Kinderaugen brauchen mehr Sonnenlicht

Das Tragen einer Brille gehört zum Alltag vieler Kinder in Deutschland. Die Mehrzahl von ihnen benötigt die Sehhilfe wegen einer Kurzsichtigkeit, berichtet die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme. Bis zum Ende der Grundschulzeit werden in Deutschland heute rund 15 Prozent aller Kinder kurzsichtig. Der Anteil der Kurzsichtigen steigt bis zum Alter von 25 Jahren auf rund 45 Prozent. Während die Kurzsichtigkeit in vielen Regionen Ostasiens in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist die Rate in Deutschland nach Erhebungen augenärztlicher Fachgesellschaften in den letzten 15 Jahren unter den Jugendlichen zumindest vorerst konstant geblieben.

Dabei gibt es jedoch einen klaren Trend: Je länger ein Kind eine Schule besucht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden. Damit nicht genug: Je höher der Abschluss der Ausbildung in Schule, Studium und Beruf, desto kurzsichtiger werden die Menschen.

„Bei der Geburt sind Kinderaugen in der Regel weitsichtig“, berichtet Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Das ändert sich dann im Laufe des Größenwachstums des Augapfels. Dieses Wachstum endet bei der sogenannten Normalsichtigkeit um das sechste bis neunte Lebensjahr. Wächst das Auge aber weiter in die Länge, kommt es zur Kurzsichtigkeit, fachlich Myopie genannt“.

Wenn das Kind oft die Augen zukneift

Ist der Augapfel zu lang, schneiden sich die Strahlen, die aus der Ferne kommen, dann nicht auf, sondern schon vor der Netzhaut und werden als verschwommenes Bild ins Gehirn weiter gemeldet. Kurzsichtige Kinder versuchen deshalb, die unscharfen Bilder, die ihre Augen ihnen liefern, mit einem einfachen Kunstgriff zu verbessern: Sie kneifen die Augen zum besseren Sehen zu.

Der Grund: Durch die zugekniffenen Lider verkleinert sich die Pupille und die Trennschärfe steigt an, etwa so wie beim Fotografieren die Tiefenschärfe durch Verkleinerung der Blende erhöht wird. Dieser typischen Angewohnheit verdankt die Kurzsichtigkeit übrigens ihren medizinischen Namen: Das dabei entstehende Blinzelgesicht nannten die alten Griechen Myops, daher der Fachterminus Myopie.

Probleme beim Lesen und Rechnen

Eine Kurzsichtigkeit fällt meistens erst dann auf, wenn ein Kind Gegenstände oder Personen in der Ferne immer später als andere erkennt. Es schreibt zum Beispiel falsch von der Wandtafel ab, verwechselt Zahlen oder Buchstaben, reibt sich oft die Augen und klagt über Kopfschmerzen. Professor Berthold Koletzko: „Man sollte sich hüten, ein Kind als unaufmerksam, unterdurchschnittlich begabt oder dumm anzusehen, bevor seine Sehfähigkeit genau untersucht worden ist“.

Kurzsichtigkeit liegt oft in der Familie: Sind die Eltern selbst kurzsichtig, besteht auch für das Kind das Risiko, kurzsichtig zu werden. Ist nur ein Elternteil kurzsichtig, liegt dieses Risiko bei etwa 30 Prozent, bei zwei kurzsichtigen Eltern bei 60 Prozent. Allerdings können auch normalsichtige Eltern stark kurzsichtige Kinder bekommen.

Wichtiger jedoch als die genetische Veranlagung erweisen sich Umwelteinflüsse wie Bildung, Beruf und Freizeitgestaltung auf die Entwicklung von Kurzsichtigkeit, betont die Stiftung Kindergesundheit. Es ist mittlerweile unstrittig, dass Sehgewohnheiten einen Einfluss auf das Wachstum des Auges ausüben können. Menschen, die im Kindesalter und als junge Heranwachsende über Jahre hinweg viel lesen, haben ein größeres Risiko, kurzsichtig zu werden. Dabei spielen sowohl die Lesedauer, als auch der Leseabstand und die Beleuchtung beim Lesen eine Rolle. Als ungünstig gelten das ununterbrochene Lesen über 30 Minuten hinweg und das „Lesen mit der Nase“ mit einem Abstand der Augen vom Text unter 30 Zentimeter.

Täglich hinaus ins Freie!

Eine besondere Rolle bei der Entstehung und Fortschreiten der Kurzsichtigkeit spielt das Tageslicht, hebt die Stiftung Kindergesundheit hervor. Eine Reihe von Untersuchungen belegt, dass Kinder umso seltener kurzsichtig werden, je mehr sie im Freien spielen. Beim längeren Aufenthalt an der frischen Luft schaut das Auge meist in die Ferne und nicht auf Objekte in der Nähe.

Eine Metaanalyse bisheriger Studien ergab, dass schon zwei Stunden tägliche Aktivitäten bei Tageslicht das Auftreten der Kurzsichtigkeit halbieren. 40 Minuten zusätzlicher Aufenthalt im Freien minderten die Zunahme der Kurzsichtigkeit um etwa 20 Prozent.

Dabei spielt weniger die Intensität der Sonnenstrahlung eine Rolle als die Dauer des Aufenthalts unter freiem Himmel, betonen augenärztliche Experten. Schon relativ geringe Intensitäten des Lichts um 1000 Lux und darüber, die etwa der Umgebungshelligkeit unter Bäumen entsprechen, zeigen einen Effekt. Auch der Anteil der ultravioletten Strahlen scheint keine besondere Bedeutung zu haben.

Nach 30 Minuten Lesen 10 Minuten Pause

Aufgrund dieser Erkenntnisse haben die Erziehungsbehörden des chinesischen Inselstaates Taiwan bereits vor zehn Jahren besondere Regeln für Schulkinder eingeführt. Eine der dortigen Richtlinien lautet „Tien Tien 120“ und empfiehlt jeden Tag zwei Stunden Aufenthalt im Freien. Die zweite sogenannte „30-10-Regel“ besagt, dass das Lesen alle 30 Minuten für zehn Minuten unterbrochen werden sollte. Das Befolgen dieser zwei einfachen Regeln konnte die Häufigkeit der Kurzsichtigkeit bei taiwanesischen Kindern tatsächlich nachweislich verringern.

Für eine weitere Studie in Taiwan wurden 693 Erstklässler rekrutiert. 267 von ihnen sollten sich ein Jahr lang mindestens elf Stunden pro Woche im Freien aufhalten. Die restlichen Kinder behielten ihre Lebensgewohnheiten bei. Das Ergebnis nach einem Jahr: Die Kinder der Frischluft-Gruppe benötigten schwächere Brillen als die Kinder der Kontrollgruppe und hatten ein um 54 Prozent niedrigeres Risiko für eine rasch fortschreitende Kurzsichtigkeit.

Der Einfluss von Lichtmangel auf die Entstehung von Kurzsichtigkeit wurde auch bei Kindern westlicher Länder eindeutig belegt. So zeigte eine US-amerikanische Studie, dass jede Stunde Aufenthalt pro Woche bei Tageslicht das Risiko um circa zehn Prozent senkt. Eine australische Studie mit über 1.300 Teilnehmern ergab dagegen, dass sich die Wahrscheinlichkeit für Kurzsichtigkeit verdoppelt, wenn man weniger als 30 Minuten täglich dem Tageslicht ausgesetzt ist.

„Heilen“ lässt sich eine Kurzsichtigkeit nicht, betont die Stiftung Kindergesundheit: Ist der Augapfel zu lang, schrumpft er nicht wieder. Ist Kurzsichtigkeit einmal vorhanden, bleibt sie bestehen und nimmt sogar bis ins Erwachsenenalter zu. Kurzsichtigkeit lässt sich aber mit Brillen oder Kontaktlinsen gut korrigieren und kann in einem gewissen Umfang auch eingedämmt werden.

Genaue Diagnose durch den Augenarzt

Entdeckt der Kinder- und Jugendarzt bei einer der Vorsorge-Untersuchungen Hinweise auf Augenfehler oder Sehstörungen, wird er das Kind zur genauen Abklärung der Diagnose zum Augenarzt schicken. Dieser leitet die notwendige Behandlung ein. Zum Ausgleich der Kurzsichtigkeit bekommt das Kind eine Brille mit Zerstreuungslinsen (Konkav- oder Minusgläsern) verordnet. Diese Gläser sind in der Mitte dünner als am Rand und bewirken, dass sich die Lichtstrahlen erst weiter hinten auf der Netzhautebene vereinigen.

Kinder und Jugendliche haben bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf eine Brille auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzung ist die Verordnung durch einen Augenarzt. Ab dem 14 Lebensjahr besteht ein erneuter Anspruch nur dann, wenn sich die Sehstärke um mehr als 0,5 Dioptrien verändert. Kindern stehen Kunststoffgläser zu, wenn sie im Vorschulalter sind oder jünger als 14 Jahre sind und die Sehfähigkeit um mehr als plus oder minus fünf Dioptrien beeinträchtigt ist. Wenn die Kunststoffgläser notwendig sind, um am Schulsport teilnehmen zu können, kommt die gesetzliche Krankenversicherung ebenfalls für die Kosten auf.

Eltern sollten das Kind stets zum Tragen der Brille ermuntern, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit: Es kann mit der Brille erwiesenermaßen konzentrierter Arbeiten und ermüdet weniger schnell, wenn es gut sieht.

Eine Kinderbrille sollte leicht, klein und lustig sein

Weil Kinder ihre Brille ständig tragen sollten, kommt es besonders auf den bequemen und korrekten Sitz an. Die Brille darf also nicht rutschen, damit sie exakt zentriert bleibt. Je kleiner die Fassung ist, desto weniger schränkt die Brille die Bewegungsfreiheit ein. Eine Kinderbrille sollte nicht breiter sein als das Gesicht. Besonders wichtig: Die Glasmitte gehört vor die Pupillenmitte.

Bei der Auswahl der Brille für ihr Kind sollten sich die Eltern nicht von den Modevorstellungen von Erwachsenen leiten lassen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. „Die Brille muss dem Kind gefallen, damit sie auch gern getragen wird“, sagt Professor Berthold Koletzko. Kinderbrillen müssen stabil sein, gut sitzen und nicht rutschen. Die richtige Kinderbrille hat Kunststoffgläser, sitzt richtig fest vor den Augen auf der Nase und ist leicht, klein und lustig.

20.10.2020 DGA | Quelle: Stiftung Kindergesundheit (idw)

Bundesweite Antikörper-Studie „Leben in Deutschland – Corona-Monitoring“ startet

Wie viele Menschen haben bereits eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht? Wie hoch ist die Dunkelziffer, also die Zahl der unentdeckt gebliebenen Infektionen? Welche Menschen sind häufiger von einer Infektion betroffen? Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Robert Koch-Institut (RKI) untersuchen diese Fragen im Rahmen der bundesweiten Studie „Leben in Deutschland – Corona-Monitoring“. Die Studie, für die 34.000 Erwachsene zur Teilnahme aufgefordert wurden, startet Anfang Oktober und wird bis voraussichtlich Ende Dezember 2020 Proben und Forschungsdaten erheben. Damit werden erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland vorliegen.

„Die Studie wird unser Bild zum bisherigen SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland weiter vervollständigen“, so Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des RKI. „Als nationales Public-Health-Institut haben wir die Gesundheitsrisiken aller Bevölkerungsgruppen im Blick. Die gemeinsame Studie mit dem Sozio-oekonomischen Panel am DIW Berlin erweitert unseren Blick und ermöglicht uns beispielsweise eine Einschätzung, wie soziale Lage und Lebensbedingungen der Menschen und das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko zusammenhängen.“

Prof. Dr. Stefan Liebig, Leiter des SOEP am DIW Berlin: „Die durch die Studie gewonnenen Informationen lassen sich mit den regulären Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verknüpfen. Da die TeilnehmerInnen des Corona-Monitoring auch in den kommenden Jahren Teil der SOEP-Befragung sein werden, können die Forschenden auch die langfristigen Folgen der Corona-Infektionen in Deutschland beobachten.“

Das Studienprogramm beinhaltet einen Mund-Nase-Abstrich und die Entnahme einer kleinen Menge Blut aus dem Finger. Die Teilnehmenden erhalten dazu per Post entsprechende Testmaterialien. In den RKI-Laboren werden akute Infektionen (über die Mund-Nase-Abstriche) sowie vorhandene Antikörper gegen SARS-CoV-2 (Blutprobe) nachgewiesen. Ein Fragebogen – unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten – erlaubt weitere wichtige Erkenntnisse zu den Forschungsfragen.

Bei einem Hinweis auf eine aktuell bestehende Infektion mit SARS-CoV-2 werden die Betroffenen umgehend informiert. Die übrigen Teilnehmenden erhalten ihre Ergebnisse innerhalb von vier bis sechs Wochen per Post. Somit erfahren alle, ob sie bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben.

Die Teilnahme an der Studie „Leben in Deutschland – Corona-Monitoring“ ist freiwillig. Aus wissenschaftlichen Gründen können jedoch ausschließlich Personen mitwirken, die persönlich zur Studie eingeladen werden.

Weitere Informationen: http://www.rki.de/lid-studie

15.10.2020 DGA | Quelle: Robert Koch-Institut (idw)



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